TRÜFFELJÄGER
TRÜFFELJÄGER 

Frida´s erste Trüffel-Reise

 

 

 

Mein erster Urlaub

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Trüffelsuche in der französischen Provence

März 2011

Meine erste große Reise, die ich in meinem kurzen, bisherigen Lagotto-Leben mit Papa machte, ging nach Frankreich in die Provence.

Papa meinte, auch ein kleines Lagotto-Baby, ich war gerade mal neun Monate alt, kann schon Trüffel finden. Was soll ich sagen, recht hat er gehabt!

Aber gut, jetzt mal von Anfang an...

Papa erzählte all seinen Freunden was für ein toller Hund ich wohl sei und daß ich Trüffel finden kann. Die meisten haben Papa beschmunzelt. Natürlich nett! Sie kennen ihn ja, wie durchgeknallt er manchmal ist. Aber er ist bei solchen Dingen immer eisern! Er fasste den Entschuß, " Frida, wir fahren nach Südfrankreich um den Beweis anzutreten, daß du eine Trüffelnase hast".  Dabei lachte er in sich rein, was immer das heißen sollte...

Es war Anfang März und gerade noch  Winter-Trüffel-Zeit in der Provence. Papa meinte, "Das ist unsere Zeit!" Er buchte ein Haus mitten im Wald, auf 1000 m Höhe am Mount Ventoux, und schon ging es los.

Eine laaange Fahrt.

Dort angekommen... Die Vacluse, ein Traum von einem Stückchen Erde! Ich sah eine beeindruckende Landschaft aus schroffen Kalkfelsen, tiefen Schluchten und Wäldern mit immergrünen Bäumen, die ich aus meiner Heimat nicht kannte. Vieles war anders als gewohnt und erst die Düfte... einfach wunderbar.

Schon am ersten Morgen, nach unserer Ankunft, bewaffnete sich Papa mit Spitzhacke und Kamera. Trüffelsuche war angesagt!

Wenn ihr meine Videos anguckt, könnt ihr mir bei meiner ersten erfolgreichen Trüffeljagd über die Schultern schauen und meine Supernase bewundern. Naja, ein klein wenig Hummelschummel war dabei...

Papa hatte nämlich, auf der Reise zu unserem Urlaubsquartier, mal in einem kleinen Dorf, Namens Richerenches, Rast gemacht und dort war gerade Trüffelmarkt, der berühmteste in Frankreich. Wau! Dort kaufte er einige klitzekleine (sonst wäre ja die Urlaubskasse gleich platt) Trüffelchen. Die hat er dann heimlich im Wald versteckt...

So, und nun verrate ich euch mal ein Geheimnis! Papa hat nämlich ein Zauberwort! Nicht so`n Quatsch wie "Abrakadabra, alle Tartufos kommt zu mir", oder so...nein,  er sagt ganz leise: "Frida, Trüffelschnüffel! Frida, such!". Dann wird Alles um mich herum gaaanz spannend. Ich schalte mein Lagotto-Riechorgan auf "Super +++" und der Erdboden wird wie ein Nasenmagnet.

Naja, hab die Trüffel schnurstraks gefunden und (fast) alle dem Papa zurück gegeben. Sind aber auch zu lecker, diese schwarzen Knollen!

 

Am nächsten Tag besuchten wir das Trüffelmuseeum in Monieux. Papa hatte sich zu Hause schon informiert, daß über das Museeum Trüffel-Such-Touren organisiert werden. Da wollte ich mitmachen und mal meine "spezialnasigen Kollegen" kennen lernen.  Angekommen im Museeum musste Papa erfahren, daß die Winter-Trüffel-Saison (tuber melanosporum und tuber brumale) vorbei sei. Nach Auskunft der Museeums-Tante, die sehr nett war  und ein wenig deutsch sprach, wäre es dieses Jahr zu zeitig warm geworden. Also, nix mehr mit schwarzen Trüffeln und die weißen Frühlingstrüffel kämen erst in vier Wochen.

Ich sah einen Trüffeljäger mit hängenden Schultern. Sein Traum zersprang... ! Aber, er hatte die Rechnung ohne mich gemacht... natürlich!

An diesem Tag war nicht mehr viel los mit Papa. Verständlich, denke ich, hat er sich doch extra eine Trüffelausrüstung zugelegt in der Hoffnung, sie auch einzuweihen.

Am nächsten Tag, Papa wäre nicht Papa, mit seinem Dickkopf, ging es in den Wald, voller Hoffnung. Ein Traum von einem Tag! Sonne satt! Ein Blick über die zerklüfteten Berge, die sich mit grüngefleckten Tälern abwechselten. Eine ungewöhnliche Landschaft, es war ja eigentlich noch Winter! Da kann man schnell in´s Träumen kommen. Aber Papa holte mich schnell zurück mit den Worten: „Frida, Trüffelsuche ist angesagt!“

 

Also, ging es rein in den Wald. Ich kämpfte mich durch Gestrüpp und hüpfte über die unendlich vielen großen und kleinen Steine des Waldbodens. Verflixt! Hier müßten doch Trüffel sein, wuchsen doch millionen ihrer symbiotischen Freunde, die immergrünen Steineichen hier! Leider hatten wir an diesen warmen Vorfrühlingstag keinen Erfolg. Aber ich muss sagen, es roch überall wunderbar. So viele neue Gerüche für meine kleine Trüffelnase. Und wieder neigte sich ein herrlicher Tag dem Ende.

Am nächsten Morgen, wieder Sonne satt! Wir fuhren bis an einen kleinen Teich. Dem schwimmenden Federvolk mußte ich erst mal zeigen, was ein echter Wasserhund so drauf hat. Aber Mist, die wechselten die Richtung nach oben. Spielverderber!

Hinter uns ...ein Traum von einem Hang mit  knorzeligen Eichen, deren Äste mit Flechten bewachsen waren. Krampfhaft hielten sie ihre verdorrten Blätter des letzten Jahres. Das ist unser Hang! Süd Lage, was soll noch schief gehen? Dachte ich mir. Los Papa, ran an den Hang und rein in den Wald, hat er mich wirklich erhört?

Ich sah schon eine ganze Weile,  wie er den Hang musterte und siehe da, ging es los. Wieder mit den Worten: „Frida, Trüffelschnüffel!"

Einige Zeit im Wald bekam ich einen verführerischen Duft in meine kleine Trüffelnase. Trüffel in der Nähe!  Schon wollte ich loslegen...

Aber langsam, da ich sie finde, möchte ich wenigstens die Hälfte abhaben! Dachte ich mir so. Nur, wie stelle ich das an? Da Papa mich aufmerksam beobachtete ist das schwierig. Also suchte ich erst mal ein bisschen so rum, um mir was zu überlegen. Und siehe da, Papa machte auf einen Stein ne "Fufzehn". Das war meine große Chance! Na dann, ran an den Trüffel und los gebuddelt. Eh Papa es fassen konnte, hatte ich eine Knolle ausgewühlt und mir ein Stück abgebissen. Papa rannte los. Ein Funkeln in seinen Augen sagte mir, wie stolz er auf mich war. Er nahm mir die andere Hälfte aus dem Mund. Aber gut, ich roch da noch einen leckeren Trüffel, ein paar Meter weiter. Papa beschäftigte sich noch mit der ersten Fundstelle, da machte ich mich los, zum zweiten „Duftobjekt“ und buddelte auch diesen Trüffel aus und nahm mir, brüderlich teilend, meinen Anteil.

Als er  sah, daß ich schon wieder erfolgreich war, stürmte er  auf mich zu. Natürlich gab ich ihm seine Hälfte ab, wie sich das für einen ehrlichen, kleinen Lagotto gehört. Seine Augen strahlten und er streichelte mich und es gab lecker, luftgertrocknete Salami zu futtern.

Voller Stolz gingen wir dann zum Auto. Seine Brust lief, glaube ich, einen Meter vor ihm! Es war schön, wie er sich freute.

So hatten wir einen aufregenden Tag und ich meinen ersten echten Trüffelfund. Übrigens, waren das weiße Frühlingstrüffel (tuber borchii).

Weitere sensationelle Fotos, nicht unbedingt für die Nase, aber was für´s Auge, entstanden auf unseren Wanderungen durch die Ocker-Colorados von Rustrel und Rousillon. Papa´s Künstlerherz schlug höher, beim Anlick so einer verrückten Farbenpracht, mitten im Wald.

Der Ocker, von fast weiß, über Gelb bis Dunkelrot, ist Grundstoff vieler Künstlerfarben und wurde, vor hundert Jahren, als es noch keine "Chemie-Farben" gab, im großem Stile abgebaut. Jahrzehntelange Verwitterungen formten großartige Skulpturen, die man bei stundenlangen Spatziergängen durch die Kiefernwälder bewundern kann.

           

Ich möchte allen Schnüffelnasen eine Reise in die Provence, am besten ausserhalb der Ferien-Saison, nur empfehlen. Die Leute hier sind sehr nett und hundefreundlich. Mit der Verständigung klappt es auch. Allerdings, um Trüffelplantagen, deren es zu Haufe in der Provenze gibt, ist ein Bogen zu machen! Die sind privat, und und man darf in sie, genauso wie bei uns in einen Garten, nicht eindringen!

 

Eure Lagotti "Frida".



"Ich bin so wild auf einen Trüffelfund!"

Lagotto Romagnolo "Frida" auf Trüffelsuche in der französischen Provence, Reise-Fotos von Trüffelhund Comes Cordis Quaama, gerufen "Frida"

Mitglied 1. LRCD e.V., Züchter im VDH/FCI

Trüffeljäger Antonello

Rüde geb.25.05.2013

Zuchtzulassung am 09.05.2015

Deckrüde

Ein Trüffelwald auf sächsischem Boden

Mein erster Trüffelfund in Südfrankreich

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